Mit dem Intercités von Paris nach Clermont-Ferrand

Ich wage zu behaupten, dass Clermont-Ferrand nicht unbedingt die Stadt ist, an die man denkt, wenn man eine Frankreichreise plant. Auch ich musste erst eines Besseren belehrt werden…naja ich konnte den Besuch bei den Schwiegereltern nicht mehr länger vermeiden und die erste Reise in die Auvergne war unumgänglich. An meine allererste Bahnfahrt von Paris nach Clermont-Ferrand kann ich mich dementsprechend nicht mehr so deutlich erinnern, ich war zu nervös – man will ja schließlich einen guten Eindruck hinterlassen! Keine Sorge, alles ist gut gelaufen, jetzt reise ich beinahe jeden zweiten Monat in die Auvergne und zwar richtig gerne.

Ausblick meiner Schwiegereltern

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Also alles auf Anfang: Mit dem Intercité (etwas langsamer als ein TGV, dafür rast das Panorama nicht ganz so schnell am Fenster vorbei) fährt man innerhalb von dreieinhalb Stunden von Paris in die Hauptstadt der Auvergne (Region Auvergne-Rhône-Alpes). Wer auf der Reise einen Zwischenstopp einlegen möchte, sollte das am besten in Moulins oder Vichy tun. In Vichy befindet sich beispielsweise das berühmteste Heilbad Frankreichs, für diejenigen, die sich auf der Rückreise von dem ganzen Spaß in Clermont-Ferrand erholen möchten.

Eine schwarze Kathedrale und viel Kultur

In Clermont-Ferrand angekommen, muss man sich als erstes die mittelalterliche Altstadt anschauen. Was euch sofort regelrecht ins Augen stechen wird, ist die Kathedrale Notre-Dame-de-l’Assomption auf dem Place de la Victoire (Siegesplatz). Ich nenne diese Kathedrale ja immer liebevoll „Cathédrale du mal“, was soviel heisst wie „Kathedrale des Bösen“ – schaut man sich die Kathedrale nämlich von der Ferne an, wirken die beiden schwarzen Türme beinahe wie Teufelshörner.

Die schwarze Kathedrale in Clermont Ferrand Quelle: kathedralen.net

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Die gotischen Kathedrale ist so dunkel, weil sie aus schwarzem Lavastein gebaut wurde. Clermont-Ferrand ist nämlich von einer imposanten Vulkankette umgeben, aber zu dieser Augenweide kommen wir erst später. Etwas fürs Auge ist ebenfalls das internationale Kurzfilmfestival, namens Festival de Court Métrage de Clemont-Ferrand. Es ist das zweitgrößte Filmfestival Frankreichs, nach dem bekannten Festival in Cannes, versteht sich. Das Festival findet jährlich im Februar statt und ist für Kinofreunde ein absolutes Muss! Wer sich die Stadt in der Auvergne lieber im Sommer ansehen möchte und dazu noch ein extra Highlight einbauen möchte, für den ist das Musikfestival Europavox die richtige Wahl.

Wir können hier nicht von Kultur sprechen, ohne auch die kulinarischen Highlights der Region zu erwähnen. Die Auvergne ist bekannt für ihre fünf Käsesorten: Cantal, Saint Nectaire, Fourme d’Ambert, Bleu d’Auvergne und Salers. Ja ja die Franzosen und ihr Käse! Aber glaubt mir, die Auvergne zu verlassen, ohne all diese Käsesorten gekostet zu haben, ist ein Verbrechen. Dementsprechend sind die regionalen Gerichte auch sehr käselastig, beispielsweise die Truffade (eine Art Auflauf mit Kartoffeln, Käse und Schinken), oder Aligot ( Kartoffelbrei mit Käse), was mein persönliches Lieblingsgericht der Region ist. Für die lactoseintoleranten unter euch, eine leckere Alternative für Käse ist in dieser Region die exzellente Charcuterie. Wenn wir nicht von meinen Schwiegereltern bekocht werden, essen meine Freundin gerne mal im Chez Flo oder für besondere Anlässe, lassen wir uns in der Auberge de la Baraque verwöhnen.

Die Gallier, Vulkane und eine Zahnradbahn

Der Stolz der Gallier Quelle: commedix.de

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Als echte Asterix-Fans kennt ihr bestimmt die Ausgabe „Asterix und der Avernerschild“, Rahmen für diese Ausgabe gibt der gallische Held Vercingetorix und seinen erfolreichen Widerstand gegen Caesar in der Gegend von Clermont-Ferrant – in La Roche Blanche um genau zu sein. Diesen Ort könnt und solltet ihr unbedingt besuchen, wenn ihr in Clermont-Ferrand seid. Von dem Plateau de Gergovie aus habt ihr einen wunderbaren Ausblick auf die Vulkankette und den überragenden Puy de Dôme.

Ich, auf den Spuren von Asterix und Co. und im Hintergrund der majestätische Vulkan.

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Das bringt uns elegant zu meinem nächsten Highlight: den Vulkan Puy de Dôme. Den 1465 Meter hohe Vulkan könnt ihr zu Fuß besteigen, oder gemütlich mit der Zahnradbahn „Panoramique des Dômes“ erklimmen. Die Fahrt lohnt sich auf jeden Fall, sie bietet euch einen fantastischen Aussischt auf die ganze Region.

Die Zahnradbad auf dem Weg zur Spitze Quelle: neoplanete.fr

p.447.-Le-Panoramique-des-Dômes-Jodie-Way

Wer nicht ganz so hoch hinaus möchte, hat von dem Park Montjuzet einen super Ausblick auf die ganze Stadt und natürlich auf die teuflische Kathedrale. Ich hab mich Hals über Kopf in diese Region und in die Averner verknallt, überzeugt euch selbst!