Karlsbrücke

Die Karlsbrücke verbindet die Prager Altstadt mit der Kleinseite. Die gotische Steinbogenkonstruktion zählt zu den bekanntesten Wahrzeichen der Stadt. Sie wurde 1357 im Auftrag von Kaiser Karl IV. erbaut. Erst viel später kamen die berühmten Brückenfiguren hinzu, die meisten im 17. und 18.Jahrhundert. Am bekanntesten ist die Figur des Heiligen Nepomuk. 1393 wurde der Märtyrer von der Karlsbrücke in die Moldau geworfen, weil er das Beichtgeheimnis nicht preisgeben wollte. Den Sockel des Brückenheiligen ziert ein filigranes Bronzerelief. Ein Volksglaube besagt, dass es Glück bringt, die Hundefigur auf der rechten Seite zu berühren. So fällt die von Hunderttausenden Händen blank polierte Stelle sofort ins Auge.

Prager Burg

Majestätisch erhebt sich die Prager Burg auf dem Hradschin. Sie ist die größte zusammenhängende Burganlage der Welt und wurde im 9.Jahrhundert errichtet. Ihr heutiges Erscheinungsbild wird jedoch von den umfassenden Barockumbauten im 18.Jh. geprägt. Einst residierten in der Prager Burg die Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, heute ist sie Amtssitz des tschechischen Staatspräsidenten. Besuchermagnete auf dem weitläufigen Areal sind der gotische Veitsdom, das barocke Lustschlösschen Belvedere und die Goldmachergasse. Hier lebten einst die vielen Alchemisten, die es an den Hof des gelehrten Herrschers Rudolf II. zog. Später siedelten sich Goldschmiede an. Der berühmteste Bewohner war aber Franz Kafka, der 1916 bis 1917 unter der Hausnummer 22 residierte.

Kloster Strahov

Das prachtvolle Prämonstratenserkloster wurde 1140 von Fürst Vladislav II. gegründet. Seine Mauern beherbergen das „Museum des nationalen Schriftguts“, in dem u.a. der literarische Nachlass von Franz Kafka und dem rasenden Reporter Egon Erwin Kisch aufbewahrt werden. Berühmt ist das Kloster auch für seinen barocken Bibliothekssaal mit den kunstvollen Deckenfresken, mächtigen Folianten und antiken Weltkugeln. Er diente 2006 als Filmkulisse für den James-Bond-Streifen „Casino Royale“. Neben dem Bibliothekseingang liegt die romanische Mariä-Himmelfahrts-Kirche, in der W.A. Mozart einst mit seinem meisterhaften Orgelspiel entzückt haben soll. Auf dem Klostergelände befindet sich auch die im Jahr 2000 wiedereröffnete Klosterbrauerei mit angeschlossener Schenke, wo ihr das köstliche St.-Norbert-Bier probieren könnt.

Nationalgalerie

Nach dem Louvre in Paris ist die Nationalgalerie in Prag Europas zweitälteste Kunstgalerie. Die umfangreichen Sammlungen befinden sich in verschiedenen repräsentativen Gebäuden der Stadt. So wird die böhmische Malerei des Mittelalters im Agneskloster präsentiert. Die Anlage zählt zu den bedeutendsten Beispielen gotischer Architektur in Prag. Das Palais Sternberg beherbergt die Galerie der Alten Meister mit Werken von Albrecht Dürer, Rubens, Tintoretto und vielen weiteren bedeutenden Malern des 14. bis 18.Jh. Moderne und zeitgenössische Kunst findet ihr im Messepalast. Dieser Funktionalismus-Bau gehört zu Tschechiens nationalem Kulturgut. Weitere Standorte der Nationalgalerie sind das barocke Palais Goltz-Kinsky und das ehemalige Zisterzienserkloster Žd'ár.

Altstädter Ring

Der Altstädter Ring ist der älteste Marktplatz und einer der interessantesten Orte von Prag. Eingerahmt von malerischen Renaissance- und Barockfassaden, findet ihr hier einige der beliebtesten Sehenswürdigkeiten. Dazu zählt die mittelalterliche Teynkirche. Ihre beiden unterschiedlichen Türme werden liebevoll Adam und Eva genannt und gehören zu den markantesten Wahrzeichen der Stadt. Das Altstädter Rathaus ist weltbekannt für die Astronomische Uhr an der Südmauer. Zu jeder vollen Stunde zwischen 9:00 und 22:00 Uhr „spazieren“ die zwölf Apostel über dem Zifferblatt vorbei. In der Mitte des Platzes thront das imposante Denkmal für Jan Hus. Streng blickt der Reformator auf Flaneure, Straßenmusikanten und das lustige Treiben in den gemütlichen Kaffeehäusern.

Jüdisches Museum

Das Jüdische Museum im Stadtteil Josefov umfasst die Zeremonienhalle mit Ausstellungen zur jüdischen Geschichte Prags, vier Synagogen und den Alten Jüdischen Friedhof. Unter den malerisch verwitterten Grabsteinen befindet sich auch jener des 1609 verstorbenen Rabbi Loew. Einer Sage nach erschuf er mit kabbalistischen Riten den legendären Golem. Gleich gegenüber liegt die Pinkas-Synagoge aus dem 16.Jh. Wie die Klausen- und die Maisel-Synagoge wurde das ehemalige Gotteshaus inzwischen profaniert, kann aber als Teil des Jüdischen Museums besichtigt werden. Exotisch mutet die im maurischen Stil gestaltete Spanische Synagoge an. Sie beherbergt eine spannende Dauerausstellung über das Judentum in Böhmen und Mähren. Auch Konzerte finden hier statt.

Wenzelsplatz

Der ehemalige Pferdemarkt bildet den Mittelpunkt der Prager Neustadt, die im 14.Jh. nach Plänen von Kaiser Karl IV. entstanden ist. 1848 wurde der Platz nach dem tschechischen Nationalheiligen Wenzel von Böhmen benannt. Mit seinen 700m Länge gleicht er eher einem Boulevard als einem klassischen Marktplatz. Unterstrichen wird dies durch die im 19.Jh. gepflanzten Linden. Der Wenzelsplatz gilt als wichtigster politischer Versammlungsort der Tschechischen Republik. So spielte er sowohl beim Prager Frühling 1968 als auch während der Samtenen Revolution 1989 eine wichtige Rolle. Heute bildet er Prags Geschäftszentrum. Bedeutende Bauwerke sind das Palais Lucerna und das Grand Hotel Europa, die zu Prags reizvollsten Jugendstil-Gebäuden zählen.

Nationalmuseum

1818 wurde das Nationalmuseum in Prag von führenden Forschern der damaligen Zeit gegründet. Als Tschechiens wichtigstes kultur- und naturgeschichtliches Museum umfasst es heute verschiedene Gebäude und Ausstellungshallen. Der im Stil der Neorenaissance errichtete Hauptsitz befindet sich seit 1891 am Wenzelsplatz. Nach umfassenden Renovierungsmaßnahman wurde er am 28. Oktober 2018, dem 100. Geburtstag der Tschechischen Republik, wiedereröffnet. Er beherbergt beeindruckende Sammlungen über Frühgeschichte, Anthropologie, Zoologie und Mineralogie. Vor dem Museumsbau erinnert ein schlichtes Denkmal an die als moderne Märtyrer gefeierten Studenten Jan Palach und Jan Zajíc. Weitere Einrichtungen sind das Antonín-Dvořák-Museum, das Bedřich-Smetana-Museum und das Náprstek-Museum. Letzteres widmet sich den vielfältigen Kulturen von Asien, Afrika und Amerika.

Das Tanzende Haus

Das Tanzende Haus in Prags Neustadt setzt einen modernen Akzent im Häusermeer der Gotik-, Barock- und Jugendstilbauten der Stadt. 1996 nach Entwürfen des berühmten Architekten Frank Gehry und seines tschechischen Kollegen Vlado Milunić errichtet, füllt es eine bei Bombenangriffen im Zweiten Weltkrieg entstandene Lücke. Die kühne Linienführung des Betonbaus mit der geschwungenen Glasfront entspricht dem Stil des Dekonstruktivismus. Die Prager nennen das Gebäude liebevoll „Ginger & Fred“. Damit spielen sie auf die an ein Tänzerpaar erinnernde Fassade an. Neben Büroräumen beherbergt das Tanzende Haus im obersten Stockwerk die „Glass Bar“. Hier gibt es extravagante Cocktailkreationen und eine atemberaubende Aussicht auf die Prager Burg.

Prager Haubtbahnhof

Der Prager Hauptbahnhof findet sich üblicherweise nicht in den Top 10 Sehenswürdigkeiten der Stadt. Zu Unrecht! Denn Tschechiens größter Fernbahnhof ist ein strahlendes Jugendstil-Juwel. 1871 als Kaiser-Franz-Josef-Bahnhof gegründet, wurde die Anlage in den ersten Jahren des 20.Jh. vom renommierten tschechischen Architekten Josef Fanta umgestaltet. Seitdem erglänzen die Abfertigungshallen in reinstem Jugendstil. Im prächtigen Kuppelsaal im Obergeschoss könnt ihr filigrane Buntglasfenster, mit Wappenmalereien verzierte Wände und eine lorbeerumrankte Schrifttafel mit dem Motto „Praga Mater Urbium“ - „Prag, Mutter aller Städte“ bestaunen. Auch wenn in den 1970er Jahren im Zuge des U-Bahn-Baus eine zweite moderne Eingangshalle entstand, lohnt sich ein Abstecher in den historischen Bereich.

In der „Goldenen Stadt“ erwarten euch ein wahres Füllhorn an spannenden Sehenswürdigkeiten und Prags unzählige interessante Orte. Also Zugticket gebucht und auf geht's! Und wenn's nur dem Glückshund auf der Karlsbrücke zuliebe wäre.